Achtsamkeit

Achtsamkeit ist über 30 Jahre hinweg die innere Basis meines Seins, meiner Lebensgestaltung und meiner Coaching- und Seminararbeit geworden.

Achtsamkeit ist für mich:

Eine Praxis: ein kontinuierliches „darauf achten“ wo meine Aufmerksamkeit gerade ist und zu wählen wie und wofür ich sie Hier und Jetzt einsetzen will.

Eine Haltung: ich will achtsam sein, weil mir das Leben wertvoll ist und ich durch mein achtsames Da-Sein, und durch achtsames Denken, Sprechen und Handeln, dem Leben in allen Lebewesen am besten dienen kann.

Eine Fähigkeit: wach und wertungsfrei wahrzunehmen was ist. Ohne dafür oder dagegen zu sein. Frei von jeder Identifikation damit oder Anhaftung daran. Und somit frei zu sein, zu wählen, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte und was ich bewirken will.

Achtsamkeit zu kultivieren fördert aus meiner Erfahrung:

Bewusstheit – im Wahrnehmen, im Denken, Sprechen und Handeln.

Präsenz – im Hier und Jetzt gegenwärtig sein, in Ruhe, in innerer Stille.

Loslassen und Entspannung – wenn ich in der Stille ankomme lösen sich Anspannung und Stress von allein – weil die auslösenden Gedanken zur Ruhe kommen durften.

Selbstwahrnehmung – mit Achtsamkeit nehme ich Körper, Gefühle und Bedürfnisse unmittelbar wahr.

Körpergefühl, Sinnlichkeit und Genuss: den Körper in allen Feinheiten zu fühlen, bewusst und in Ruhe zu empfinden ermöglicht in jedem Moment bewussten Genuss unseres menschlich-körperlichen Seins – ob im Stehen oder Gehen, im Hören oder Sehen, beim Essen oder wenn wir uns berühren..

Freiheit im Denken: ich werde mir meiner Gedanken bewusst, auch ihrer Qualität oder emotionalen Ladung und werde frei zu wählen, ob ich denken will und wenn ja, was ich wirklich denken will.

Rückverbindung mit dem Leben –  in innerer Stille nehme ich die Verbundenheit mit allem Leben unmittelbar und zweifelsfrei wahr.

Intuition und inneres Wissen – Achtsamkeit ermöglicht Sein und Handeln im Einklang mit mir selbst und dem Fluss des Lebens

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen denn: Achtsamkeit ist wie ein Zauberschlüssel, der uns ermöglicht so zu leben, wie wir es wirklich wollen.

Wie kann ich Achtsamkeit kultivieren:
Ganz einfach: indem ich mich entscheide, achtsam zu sein. Haha sagst Du, das ist wohl doch nicht so leicht oder? Nun ja, es könnte so leicht sein, wenn wir nicht nach einer Minute vergessen würden, das wir achtsam sein wollten.
Daher sind – besonders in der buddhistischen Tradition – Hilfsmittel entwickelt worden, die uns helfen, tatsächlich achtsam zu sein bzw. zu werden.

Der Kern ist das tägliche Üben von Achtsamkeit, dieses Üben wird auch „Praxis“ genannt. Diese Praxis findet traditionell auf zwei Arten statt:

1. Die formale Praxis
das bedeutet, regelmäßig Meditation zu üben. Da gibt es viele bewährte Formen und Techniken und ….wir können auch eigene Formen kreieren, die unsere persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse berücksichtigen.

Einige dieser bewährten Meditationsarten sind:
Die stille Mediation im Sitzen (Focus auf Haltung, Atmung und innere Stille)
Der BodyScan (systematisches Durchspüren des Körpers von innen her)
Weiter gibt es die Gehmeditation, Achtsames Essen, Achtsamkeit in Körperhaltung und Bewegung, inneres Lächeln aus der buddhistischen Tradition. In allen religiösen Traditionen gibt es eine Vielzahl von körperlichen und geistigen Übungen, die Achtsamkeit in allen Lebensbereichen fördern.

Besonders verbreitet bei uns ist der von Jon Kabat-Zinn entwickelte Ansatz des MBSR (Mindfulness based Stress Reduction), in dem die Stille Meditation, der BodyScan und einfache Yogaübungen, sowie achtsames Essen kombiniert werden.

Dieser Ansatz ist u.a. so erfolgreich, weil die Übungen so wirksam sind und zugleich losgelöst von den religiösen Traditionen in denen sie kreiert wurden. So stehen sie jedem offen, unabhängig von Religion und Weltanschauung.

Daher greife auch ich gerne auf die Übungen aus dem MBSR zurück und bringe zusätzlich Übungen ein, die ich in meiner eigenen 30 Jährigen Achtsamkeitspraxis entwickelt habe.

2. Die informelle Praxis
Diese findet in der ganzen Zeit statt, in der keine formale Praxis stattfindet.
Die informelle Praxis findet also im täglichen Leben statt, im Kontakt mit Menschen, während der Arbeit, bei allem und jedem was wir tun, egal wo wir sind.

Mitten im Leben achtsam zu sein braucht als Basis die formale Praxis. Sie gibt uns die Übung und Stabilität die wir brauchen, um Achtsamkeit auch in „freier Wildbahn“ inmitten von Ablenkungen und Anforderungen zu praktizieren. Die Erfahrungen von Körperwahrnehmung, Gedanken- und Gefühlspräsenz die wir im geschützten Rahmen einer formalen Achtsamkeitspraxis machen, fließen dann allmählich ganz natürlich ins tägliche Leben ein.

Ohne die fundierte Basis der formalen Achtsamkeitspraxis entgleitet den meisten von uns die bewusste Achtsamkeit im Alltag innerhalb weniger Minuten. Doch zum Glück gibt es gibt eine Fülle an Möglichkeiten, wie wir auch mitten im Strom des Lebens immer wieder unsere Achtsamkeit aktivieren können wie z.B. Das Innehalten an Übergängen, 3 mal tief und bewusst atmen, wenn wir angespannt sind, bewusst zu lächeln, bevor wir eine Telefonanruf annehmen etc.


Achtsam unsere Innenwelt gestalten – heilsame Qualitäten kultivieren
Über das reine „Achtsam Sein“ hinaus gibt es die Möglichkeit, mit Achtsamkeit aktiv bestimmte Qualitäten in uns zu kultivieren, die uns und anderen gut tun. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die buddhistische „Metta-Meditation“ , in der wir Mitgefühl und Liebe für uns selbst und alle Lebewesen stärken.

Ein kraftvoller Ansatz aus dem von mir entwickelten „Empathischen Empowerment“ ist, sich vorzustellen, wie es sich anfühlt, wenn ein Bedürfnis, das aktuell nicht erfüllt ist, voll und ganz erfüllt wäre. Indem ich die erfüllte Qualität von z.B. Liebe, Anerkennung, Lebendigkeit etc. in mir spüre, stärke ich sie in mir und bewege meine Aufmerksamkeit so vom Mangel in die Fülle.